Gasse in Wien

Station · Meiereistraße 7 · 1020 Wien

Ein Tisch in der Leopoldstadt. Kein Reisebüro.

Wir schreiben, redigieren, streichen. Wir verkaufen keine Pauschale, keinen Skipass, kein Erlebnis. Wenn ein Ort um elf Uhr nur noch aus Ellbogen besteht, nennen wir ihn nicht lebendig.

Warum Bahk, warum Marchfeld

Der Name klingt nach Bahn, weil wir in Strecken und Feldern denken, und nach Marchfeld, weil östlich von Wien das Land flach wird und die Stadt aufhört, sich zu inszenieren. Das fehlende „n“ in Bahk ist Absicht: ein Haken im Wort, damit uns niemand für einen Fahrplan der ÖBB hält. Wir sind Redaktion. Der Haken erinnert uns selbst daran.

Die Leopoldstadt ist Nullpunkt, weil sie Insel war, Bezirk wurde, und weil der Praterstern ehrlicher ist als der Graben um zehn Uhr morgens. Von der Meiereistraße 7 aus ist der Markt näher als die Kulisse. Wer Österreich von der Bühne aus erklärt, erklärt eine Bühne. Wer es von einem Wohnhaus aus erklärt, muss sich rechtfertigen – das tun diese Blätter.

Wie ein Protokoll entsteht

Zuerst fahren wir selbst, zweiter Klasse, mit zu wenig Zeit: der Fehler, den Gäste machen. Dann noch einmal mit genug Zeit. Notizen auf Rändern, Streit über Adjektive, Streichung von Superlativen. Was übrig bleibt, soll brauchbar sein: eine Reihenfolge, ein Gericht, eine Unart des Orts, eine Uhrzeit.

Die Station ist klein. Deshalb sind die Felder begrenzt. Wir behaupten nicht, Vorarlberg, das Burgenland und jeden Talschluss gleich tief zu kennen. Was wir nicht gegangen sind, erfinden wir nicht. Lücken sind Teil der Karte. Wer eine Gegend vorschlägt, schreibt. Wir merken uns das für spätere Blätter, ohne Versprechen auf Tempo.

Besuch

Das Haus ist kein Schauraum. Wer vorbeikommt, schreibt zuerst an support@marchfelderbahk.thybit.sk oder ruft +43 676 9567612. Die Meiereistraße ist eine Wohnstraße. Klingeln ohne Ankündigung ist unhöflich, auch wenn Wien sonst viel verzeiht. Wir antworten auf Deutsch. Andere Sprachen mit Verspätung und Demut. Freitage nach 15 Uhr gelten als Samstag.